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Die Geschichte des Wasserballsports in Schwerin

In den 60er Jahren sahen einige junge Schweriner Schwimmer ihre Zukunft nicht nur im  regelmäßigen .Ziehen" von Bahnen, sondern wollten zur Abwechslung auch dem
runden Leder im Wasser nachjagen. Damals waren die Bälle noch nicht aus einer  Gummi/Nylon -Mischung - in Größe und Gewicht mit einem Fußball vergleichbar  - sondern wirklich aus handgestepptem, stets zu fettendem Leder.


Die BSG Lok Schwerin war zunächst die Heimstätte der Mannen um Jürgen Mich­ael, die sich dann nach einem Dornröschenschlaf Ende der 70er Jahre wiederfanden und
Kontinuität im Wasserballsport in den Nordosten der Republik bringen sollten. 1984 kam Rüdiger Müller nach Schwerin und brachte mit seiner Oberligaerfahrung aus Magdeburg auch neue Trainingsmethoden ein. Als Spielertrainer bemühte er sich um eine Anhebung des Spielniveaus. Diesen Bemühungen kamen die damaligen Bestrebun­gen des Deutschen Schwimmsportverbandes der DDR entgegen, neben den Vor­zeigedisziplinen Schwimmen, Kunst- und Turmspringen, auch wieder das Syn­chronschwimmen sowie den Wasserball zu stärken. Es wurde ab 1985 in einer Spielunion Nord der Bezirke Rostock und Schwerin gespielt die aufgrund der nur in
Rostock, Grabow und Schwerin existierenden Mannschaften, ab 1988 um den Bezirk Magdeburg erweitert wurde.

Damit war vor allem durch die Initiative der Schweriner Wasserballer eine spannende Liga entstanden, in der die Schweriner immer eine dominierende Rolle spielten und unter den Erstplazierten zu finden waren. Um diesen Bedingungen des leistungsorientierten Spielbetriebes besser gerecht zu werden, wechselten die Wasserballer der Sektion Schwimmen am 01.02.1988 von der BSG Lok zur BSG Post Schwerin. Als 13. Sektion wurde Wasserball in einem traditionellen Verein Schwerins aufgenommen und gut unterstützt. Es sollte nicht nur bei einer erfolgreichen Herrenmannschaft bleiben, sondern auch im Nachwuchsbereich konnten in Schwerin Maßstäbe gesetzt werden.

Wurde vorerst aus den Sprösslingen der Sektions-Gründer eine Knabenmannschaft geformt, die bald ebenso Siege einfuhr, wie es die Väter vor­ machten, so konnten später sogar 3 Leistungsträger zu nationalen Jugendauswahllehrgängen nach Warendorf delegiert werden (s. auch Auflistung der Erfolge). Nach wenigen Jahren war die Anzahl der Nachwuchsspieler der D-, C-, B- Jugend doppelt so hoch wie die der Männer- und Seniorenspieler ( mehr als 70 Kinder und Jugendliche, 30 Erwachsene)!

Durch diese erfolgreiche Entwicklung hatte sich neben anderen, besonders auch Dieter Schmedemann verdient gemacht. Das war ein Grund, dass 1990 der DSSV die Sektion Wasserball der BSG Post als .Hervorraqende Sektion" auszeichnete. Weiterhin wurde 15 mal das Lankower Traditions-Wasserballturnier der Postler durchgeführt, das viele Jahre im Lankower See stattfand, dann aus baulichen Gründen in das Waldbad zu den befreundeten Grabowern verlegt wurde und schließlich im Kalkwerderbad seine Heimat fand. Über diese Veranstaltung sind viele sportliche nationale und internationale Kontakte geknüpft und gepflegt worden, aus denen besonders die Freundschaften zu Lok Vrutky und zum MTV Lübeck hervorzuheben sind.

Auch mit den Lübecker Wasserballern konnte eine 17-jährige Sportfreundschaft gepflegt  werden, denn bereits 5 Tage nach Grenzöffnung war in Lübeck zwischen beiden Vereinen der erste Kontakt hergestellt und die ersten zwei „Kennenlernspie­le" in Lübeck und Schwerin verabredet worden und vor Weihnachten 1989 sowie Januar 1990 auch zur Umsetzung kamen.

Sportliche Erfolge:
• 1985-1987 Spitzenplätze in der Spielunion Nord (M) (Bezirke Schwerin und Rostock)
• 1988-1990 Spitzenplätze in der erweiterten Spielunion Magdeburg/Schwerin/ Rostock mit Aufstiegsspielen in die DDR-Liga (M)
• 1990- 2008 erst Einstieg in die Oberliga Schleswig Holstein ohne Abstieg in die Landesliga, trotz Generationswechsel, und späterer Aufstieg in die Regionalliga Nord
• Aufbau von Jugendmannschaften B, C. D, die alle Spitzenpositionen in SH/MV kontinuierlich belegten
• Auszeichnung "Hervorragende Sektion des DSSV" 1990
• Delegierung der A-Jugend-Spieler M. Müller, G. Müller, A. Zänker zu Jugendaus­wahl-Lehrgängen des DSV 1993-1995
• Landesleistungsstützpunkt Wasserball M-V 1994-1995

Das Ende der Abteilung Wasserball bei dem umfirmierten Sportverein Post Telekom Schwerin wurde dann 2009 besiegelt, weil 5 Trainer beruflich starke Veränderungen erfuhren und ein solider Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Ein Neustart wurde nunmehr im Frühjahr 2017 nach 8 „wasserballfreien“ Jahren in der Landeshauptstadt Schwerin vollzogen. Tri-Sport Schwerin will mit einer neu gegründeten Wasserballabteilung alte Schweriner Traditionen aufleben lassen und gleichzeitig dem eigenen Schwimmnachwuchs mehr Abwechslung in der Schwimmausbildung bieten.

Die potentiellen Voraussetzungen im Verein sind gut, da 6 Wasserballer in 2009 als Triathleten bei Tri-Sport neue Herausforderungen suchten und teilweise in anderen Vereinen in Berlin und Rostock weiter dem Wasserballsport nachgingen. 2 Trainer (Dieter Schmedemann und Rüdiger Müller) sind auch wieder an Bord und nun hätte es losgehen können.

Doch leider wurde die neue Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch ohne Wasserball-Lobby geplant und gebaut. Für Wasserball wurden nur teilweise infrastruktuelle Voraussetzungen geschaffen und Trainingszeiten sind in dem Sportbecken logischerweise nur an die existenten Vereine und Institutionen vergeben worden. 9 Monate intensiver Gespräche mit der Stadt, der Schwimmhalle, dem Landessportbund und dem Landes-Fachverband Schwimmen haben jetzt zur „Wasserballfähigkeit“ der Schwimmhalle und einer wöchentlichen Trainingszeit geführt.

Wenn anfangs noch 20 Tausend € für Ballfangnetze zum Schutz der Schwimmhalle veranschlagt und dafür Fördermittel beantragt wurden, konnte jetzt für ca. 3 Tausend € eine äquivalente Lösung in Abstimmung mit der Schwimmhalle geschaffen werden. Ebenso wurden Halterungen für Wasserballtore adaptiert sowie eine Grundausstattung an Bällen und Kappen angeschafft.

Die dafür vorerst notwendigen 3,5 Tausend € wurden bisher privat, in Hoffnung auf Sponsoren, von einigen Wasserballern vorgeschossen. Für eine finanzielle Unterstützung durch Sponsoren wären die bisher 16 aktiven Wasserballer, die ihre ersten 5 Trainings unter Tri-Sport Schwerin absolviert haben, sehr dankbar.

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